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Rosemarie Frühauf

Rosemarie Frühauf

Durch Menschenrechtsprojekte angeregt, schlitterte ich nach einer Modeausbildung direkt in den Kulturjournalismus. Meine bunte Lebensgeschichte sprengt hier den Rahmen. Doch ist sie genau der Grund, warum ich mich für Menschen und ihre Ziele interessiere.

 

Welchen Redner bewundern Sie am meisten?

Sie werden lachen: Dieter Hildebrandt! Er spricht pointiert und angenehm melodiös.

Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?

Die Rede, mit der Elizabeth I. ihre Truppen in die Seeschlacht gegen die Armada schickte. Zugegeben, keine friedensstiftende Rede. Aber vielleicht die durchschlagendste, die je von einer Frau gehalten wurde.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am meisten?

Verantwortungsbereitschaft, Ehrlichkeit und Offenheit.
Das muss ein Redner haben, sonst ist seine Rede eine Mogelpackung ...

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Redenschreiber am meisten?

Die Fähigkeit zum Zuhören und eine paradoxe Mischung aus Diskretion und großer Neugier.

Für wen würden Sie gerne einmal eine Rede schreiben?

Für all diese sensiblen und inspirierten Menschen, die glauben, sie hätten nichts zu sagen.

Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden, oder Redethemen, die Sie ablehnen?

Nein. Nur wenn jemand offensichtlich unlautere Absichten verfolgt.

Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?

Mein initiales Erlebnis hatte ich im Zuge des 11. September 2001 mit einer eigenen Rede: Ich musste vier Tage nach dem Anschlag auf das World Trade Center einen Kunstpreis entgegennehmen und eine Austellung eröffnen. Die Stimmung im Saal war unbeschreiblich bedrückt und alle offiziellen Laudatoren drückten sich angstvoll um das Thema herum, das doch übermächtig im Raum stand. Als ich an der Reihe war, sagte ich spontan etwas über den Anschlag. Das Publikum war danach wie erlöst: Die Leute fingen auf einmal an, miteinander zu reden. Dass jemand ihre Ängste ausgesprochen hatte, war ausreichend gewesen, um sie davon zu befreien.
Danach kamen viele zu mir, um sich für die Rede zu bedanken.

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:

Menschen zuhören und herausfinden, was sie der Welt zu sagen haben - und dann die Worte dafür finden.

Wann ist für Sie eine Rede gelungen?

Die perfekte Rede ist informativ, unterhaltsam und erschafft Mehrwert auf der emotionalen Ebene. Im Business wird sie Ihre Geschäftspartner neugierig machen oder sie anregen, auch in Zukunft mit Ihnen zusammenarbeiten zu wollen. Im Privaten ist eine Rede gelungen, wenn sich darin die Gefühle der Zuhörer spiegeln. Das schafft ein Gefühl der Verbundenheit.

Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen, mit einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?

Einen Redenschreiber zu beauftragen, bedeutet, dass man den Adressaten der Rede Wertschätzung schenkt. Eine gute Rede schafft oder stärkt emotionale Verbindungen – also genau das, was unser Privatleben wertvoll oder unser Geschäftsleben erfolgreich macht. 
Wer eine Rede ohne Vorbereitung und klare Zielsetzung hält, verschenkt positives Potential. Eine durchdachte Rede hilft, dass Beste aus jedem Anlass herauszuholen. Ein sensibler Redenschreiber kann herausfinden, was ein Redner und seine Zuhörer wollen und mit der Rede eine Brücke zwischen beiden bauen. Alles, was sich aus dem grauen Alltag abhebt, schafft positive Emotionen und bleibt in guter Erinnerung.

Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen, Redenschreiber zu werden?

Wenn es mehr gute Redenschreiber gäbe, würde weniger aneinander vorbei geredet! Jeder aufrecht gehende Redenschreiber ist daher ein Gewinn für die Gesellschaft.

Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber? 

Das Allerschlimmste ist, wenn sich die Zuhörer langweilen. Denn das bedeutet ja, dass sie sich bereits beim Zuhören wünschen, gar nicht erst dabei gewesen zu sein! Solche Momente vergisst der Mensch gern und schnell. Sie sind das glatte Gegenteil dessen, was ein Redner erreichen will ...


Website: www.edletexte.de (im Aufbau)

Email: rosiesbriefkasten@gmx.de


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