Nina Happe
Studium der Slawistik, Romanistik und Geschichte in Tübingen, Bochum, Jaroslavl' (Russland) und Berlin;
Journalistische Erfahrung durch freie Mitarbeit bei einer Berliner Tageszeitung;
Umfassende berufliche und ehrenamtliche Erfahrungen im internationalen Non-Profit-Bereich: Bildungsaustausch/ Menschenrechte/humanitäre Projekte
www.rederatur.de
happe@rederatur.de
Welchen Redner bewundern Sie am meisten?
Wenn mich eine Rede anregt, ziehe ich den Hut vor jedem Redner.
Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?
Marquis Posas "Geben Sie Gedankenfreiheit".
Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am meisten?
Ihr Selbstbewusstsein und ihr Vertrauen: Wer meine Hilfe in Anspruch nimmt, kann zugeben, dass ihm das einen Mehrwert bringt.
Für wen würden Sie gerne einmal eine Rede schreiben?
Für junge Leute oder Ruheständler, die noch zweifeln, ob sie sich sozial engagieren sollen.
Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden, oder Redethemen, die Sie ablehnen?
Im Grunde ergibt sich aus den Vorgesprächen mit dem Auftraggeber, ob man ein Vorhaben guten Gewissens unterstützen kann. Wir sind an keinen "hippokratischen Eid für Redenschreiber" gebunden und müssen nicht jedem dienen.
Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?
Ich habe mich eigentlich immer schon darum gerissen und es nur nicht so wahrgenommen. Dass dieser Spaß auch ein Beruf sein kann, dass es sogar mein Traumberuf ist, habe ich erst spät entdeckt. Es fiel mir dann wie Schuppen von den Augen.
Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:
Ich falle über die neue Aufgabe her wie ein Rätselfreak über sein Zahlen- oder Silbenrätsel.
Wann ist für Sie eine Rede gelungen?
Na, wenn alle klatschen und begeistert sind!
Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen, mit einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?
In verantwortungsvoller Position ist man in der Regel auf qualifizierte Zuarbeit angewiesen. Zeit und Muße sind ein Handwerkszeug, über das zwangsläufig nicht jeder verfügt. Abgesehen von der Berufung. Da man mit einer guten Rede so viel erreichen und bewegen kann, lohnt es sich, einen Profi hinzuzuziehen.
Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen, Redenschreiber zu werden?
Schöpferische Tätigkeiten sind tief befriedigend. Da man sich als Redenschreiber in die verschiedensten Rednerrollen hineindenken muss, kann man gerade bei dieser Art von Kunsthandwerk unendlich viel lernen: über die Menschen und über die Sachen.
Warum würden Sie abraten?
Nicht jeder Mensch ist gerne als Dienstleister tätig. Einem jungen Menschen mit Führungsehrgeiz würde ich Referententätigkeiten zum Lernen empfehlen: Wer schon Reden im Auftrag formuliert hat, qualifiziert sich gegebenenfalls auch für verantwortungsvolle Positionen.
Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber?
Das Modewort GAU als scherzhafte Übertreibung im Zusammenhang mit einem ziemlich risikofreien Beruf sollten wir uns angesichts des jetzigen Weltgeschehens vielleicht abgewöhnen. Sonst? Computerabsturz? Schlechte Zahlungsmoral der Auftraggeber? Zu viel Routine?
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