Gehalten von Dr. Klaus Zumwinkel am 20.03.1998
Dr. Klaus Zumwinkel, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Post AG, Bonn, anläßlich der Pressekonferenz CeBIT´98 am 20. März 1998 in Hannover
Sehr geehrte Damen und Herren,
als wir vor einem Jahr in diesem Raum
unsere traditionelle CeBIT-Pressekonferenz gaben, stand
die Deutsche Post vor ganz außergewöhnlichen
Herausforderungen. Zwar konnten wir Ihnen gute Wirtschaftsdaten präsentieren, jedoch gab es zwei
ungeklärte Fragen, die für unser Unternehmen von existenzieller
Bedeutung waren. Zum einen: Welche Rahmenbedingungen wird das Postgesetz bringen? Und zum anderen: Wie wird sich die zukünftige Zusammenarbeit mit der Postbank gestalten?
Heute sind beide Fragen geklärt, und zwar in einem positiven Sinne für die Deutsche Post. Wir haben ein neues Postgesetz, das der Deutschen Post und allen zukünftigen Wettbewerbern auf dem Postmarkt eine klare Orientierung bietet. Einerseits bringt es in zwei Stufen den vollen Wettbewerb, anderseits verleiht es der Deutschen Post für einen Übergangszeitraum besondere Rechte als Ausgleich für besondere
Verpflichtungen. Das neue Postgesetz ist eine gute Basis für den Postmarkt in Deutschland. Mit diesem Gesetz ist Deutschland Vorreiter für die Liberalisierung der Postmärkte in Europa. Und der zweite wichtige Punkt: Wir haben mit der Postbank einen umfangreichen Kooperationsvertrag abgeschlossen und sind wesentlich als Aktionär an der Postbank beteiligt. Damit sind die Weichen gestellt für eine Vorwärtsstrategie bei den
Finanzdienstleistungen und den Postfilialen.
Für die Deutsche Post bedeutet das: Die entscheidenden Weichen für die Zukunft sind gestellt. Außerdem zeigen die Finanzzahlen: Die Sanierung der Deutschen Post ist geschafft. Wir werden uns jetzt mit ganzer Kraft darauf konzentrieren, die Deutsche Post zum Qualitäts- und Marktführer in
Deutschland und in Europa auszubauen. Unser Leitsatz lautet jetzt: Marktführer in Europa und den Börsengang in zwei Jahren.
I. Erhebliche Gewinnsteigerung auf über 700 Millionen Mark in 1997
Wie es auf der CeBIT bereits Tradition ist, werde ich Ihnen jetzt die ersten vorläufigen Geschäftsdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren.
Der Jahresumsatz im Geschäftsjahr 1997 ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 400 Millionen Mark auf 27,1 Milliarden Mark gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 1,6 Prozent.
Wichtiger als der Umsatz ist für einen Kaufmann das, was nach Abzug aller Kosten als Ergebnis übrig bleibt. Und hier können wir einen wirklichen Erfolg verbuchen. Die Deutsche Post hat 1997 ein Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von über 700 Millionen Mark erzielt. Damit konnte das Vorjahres-Ergebnis um mehr als 25 Prozent gesteigert
werden.
1997 haben wir die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre fortgesetzt. Anfang der 90er Jahre sind wir mit einem Verlust von über 600 Millionen Mark und einem zusätzlichen Milliarden-Defizit im Osten gestartet. 1994 schrieben wir zum ersten Mal schwarze Zahlen für Gesamtdeutschland. In
1997 wurde ein Gewinn von über 700 Millionen Mark erarbeitet.
Wichtigster Grund für die positive Geschäftsentwicklung sind die großen Anstrengungen und Investitionen in Qualitätsarbeit und Rationalisierung in den Vorjahren, die sich jetzt auswirken. Die Deutsche Post hat seit 1992 rund acht Milliarden Mark in hochmoderne Brief- und Frachtpostzentren
investiert. Briefe und Pakete werden dort mit neuesten
computergesteuerten Sortieranlagen bearbeitet. Außerdem konnten durch die neuen, verkehrsgünstig gelegenen Brief- und Frachtpostzentren die Transportnetze gestrafft und Transportfahrten eingespart werden. Wir produzieren heute sehr viel kostengünstiger als noch vor einigen Jahren.
Bei der Briefpost wirkten sich besonders positiv die Zuwächse im Bereich Infopost aus. Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen nutzen die Vorteile des Werbens per Post. Der Umsatz bei der Infopost legte im
vergangenen Jahr um fünf Prozent zu.
Im Frachtbereich konnten wir im Geschäftsjahr 1997 die Verluste weiter reduzieren. Wie geplant, haben wir das Betriebsergebnis bei der Frachtpost von minus 1,4 Milliarden Mark auf unter 900 Millionen Mark im Jahr 1997 verbessern können. Hierzu beigetragen hat die Einführung
der Verbundzustellung. Pakete werden dabei in ländlichen Bereichen vom Briefträger gleichzeitig mit Briefen zugestellt. Im Jahr 2000 werden wir, wie in der Mehrjahresplanung vorgesehen, bei der Frachtpost schwarze Zahlen
erreichen - und zwar inklusive aller Belastungen, z.B. überhöhte Pensionen aus der Vergangenheit, die unsere Wettbewerber nicht haben.
Die Rationalisierungsanstrengungen sind auch bei den Personalzahlen ablesbar. 1997 haben wir gegenüber dem Vorjahr rund 18.000 Stellen sozialverträglich abgebaut, das entspricht rund sechs Prozent des Personalbestandes. Am Jahresende 1997 hatte die Deutsche Post rund
267.000 Mitarbeiter.
Um im zunehmenden Wettbewerb langfristig Arbeitsplätze bei der Deutschen Post sichern zu können, haben wir im letzten Jahr über 2,2 Milliarden Mark investiert, hauptsächlich in die Errichtung der neuen Briefzentren. Auch nach Umsetzung des Briefkonzeptes werden die Investitionen auf hohem Niveau bleiben. So werden wir in den nächsten Jahren vestärkt in die Modernisierung unseres Filialnetzes investieren.
Wie sieht unser Ausblick für das laufende Geschäftsjahr aus? Die ersten zwei Monate des Jahres 1998 bestätigen die Trends des letzten Jahres. Mit den Umsätzen liegen wir weiterhin leicht im Plus. Außerdem reduzieren wir auch in diesem Jahr im Bereich Fracht das Defizit plangemäß und kontinuierlich. Aus diesen Gründen gehen wir für 1998 davon aus, daß wir
Umsätze und Ergebnis mindestens stabil halten und - wenn es so weiter geht - wiederum steigern können. Das heißt: die Deutsche Post wird auch im vierten Jahr als Aktiengesellschaft ihr Ergebnis steigern und die solide Ausgangsbasis für den geplanten Börsengang im Jahr 2000 festigen.
II. Neues Postgesetz - Deutschland als Vorreiter der
Liberalisierung der Postmärkte
Meine Damen und Herren,
das Thema "Zunehmender Wettbewerb auf den Postmärkten" ist seit Monaten in aller Munde, und viele von Ihnen haben sich gerade Ende letzten Jahres intensiv damit beschäftigt. Wie bereits eingangs erwähnt, ist für die Deutsche Post das neue Postgesetz die entscheidende Weichenstellung für die kommenden Jahre. Es definiert die Handlungsspielräume für unser Unternehmen und alle Wettbewerber auf dem Briefmarkt.
Wie Sie wissen, ist Wettbewerb für uns nichts Neues. In vielen Bereichen behaupten wir uns seit Jahren auf Wettbewerbsmärkten, Beispiele sind der Paket- und Expressbereich, die Presseerzeugnisse oder die unadressierten
Werbesendungen.
Das Postgesetz läßt seit Jahresanfang auch in unserem Kerngeschäft, der adressierten Briefpost, mehr Wettbewerb zu. Infopost über 50 Gramm und Briefe über 200 Gramm können von anderen Unternehmen, die eine entsprechende Lizenz haben, befördert werden. In jetzt noch knapp fünf Jahren wird in einer zweiten Stufe auch dieser Bereich vollkommen in den
Wettbewerb überführt.
Mit dieser Regelung ist der deutsche Postmarkt stärker liberalisiert, als nach der EU-Richtlinie vorgesehen. Diese sieht vor, daß Wettbewerber der Postunternehmen nur Briefe und Infopost über 350 Gramm befördern dürfen. Insofern sind die Deutsche Post und deutsche Transportunternehmen auf den ausländischen Märkten, beispielsweise in Frankreich oder in den Niederlanden (dort liegt die Grenze bei 500 Gramm), bei der Briefpost enorm benachteiligt. Wir werden Brüssel und
den deutschen Gesetzgeber auf diesen Nachteil für die deutsche Wirtschaft deutlich aufmerksam machen. Insgesamt ist Deutschland jetzt Vorreiter bei der Liberalisierung der Postmärkte.
Wir haben jedoch gesagt: Die Deutsche Post nimmt diese Herausforderung an und haben das Postgesetz begrüßt. Wichtiger als hohe Schutzzäune ist uns die Planungssicherheit für die nächsten Jahre, und die ist mit dem neuen
Postgesetz gegeben.
Damit können wir auch heute allen Privatkunden garantieren: Die flächendeckende Postversorgung und eine tägliche Zustellung an sämtliche Haushalte in Stadt und Land ist gesichert; auch bei zunehmendem Wettbewerb auf dem Postmarkt.
III. Neuausrichtung aller Sparten auf den Kunden: Noch mehr Qualität, niedrigere Kosten und damit Preisstabilität verstärkt/Internationalisierung
Ich möchte Ihnen jetzt noch kurz präsentieren, wo wir bei der strategischen Neuausrichtung aller Geschäftsfelder auf den Kunden von morgen stehen.
1. Briefpost: höchste Qualität und niedrigere Kosten
Unser mit Abstand größtes Geschäftsfeld mit über 70 Prozent Anteil am Umsatz ist nach wie vor die Sparte Brief. In den letzten Jahren konnten wir erhebliche Serviceverbesserungen für unsere Kunden erzielen. Hier die akuellen Werte aus den TÜV-zertifizierten Messungen: Im letzten Jahr erreichten 93 von 100 aller in Deutschland verschickten Briefe nach nur
einem Tag ihre Empfänger, nach zwei Tagen waren 99 Prozent zugestellt. Die durchschnittliche Brieflaufzeit lag bei 1,1 Tagen, ein europäischer Spitzenwert.
Diese Verbesserungen konnten wir durch die Inbetriebnahme von hochmodernen Briefzentren erzielen. Von den 83 geplanten Zentren werden im April, also in einem Monat, bereits 75 arbeiten. Ende des Jahres werden dann alle 83 Briefzentren in Betrieb sein. Damit werden wir das Konzept "BRIEF 2000" ein Jahr früher realisieren können als ursprünglich geplant. Vier Milliarden Mark wurden in das Briefkonzept investiert.
Die Briefzentren sind Knotenpunkte eines modernen Transportnetzes, das uns in die Lage versetzt, Briefe schnell, zuverlässig und kostengünstig zu befördern. Unsere Kunden wissen um unsere gute Qualität. Diese ist unser
bestes Argument im zunehmenden Wettbewerb. Auch in 1998 ist es unser Ziel, die Qualität weiter um einige Punkte zu verbessern.
Da sich der Wettbewerb gerade im Bereich der Infopost entwickeln wird, sind wir auf diesem Gebiet besonders offensiv im Markt präsent. Im letzten Jahr haben wir 19 Direkt Marketing Center eröffnet und kommen im gesamten Bundesgebiet jetzt auf 29 dieser Beratungseinrichtungen. Die Direkt Marketing Center führen kleine und mittelständische Unternehmen gezielt an das Thema "Werben per Post" heran. Wir bieten kompetente
Beratung, umfassende Problemlösungen und Vermittlung von
Dienstleistungen. Der Erfolg der Direkt Marketing Center ist meßbar: 1997 haben wir insgesamt 8,8 Milliarden Werbesendungen verteilt, fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor.
2. Frachtpost: Paketlaufzeiten von 1,2 Tagen und Trendwende beim Absatz
Auch bei der Frachtpost werden wir große Anstrengungen unternehmen, um die Servicequalität für unsere Kunden weiter zu verbessern. Ein Beispiel ist unser Internet-Service für Geschäftskunden. Mittels Benutzernamen und Paßwort können geschäftliche Versender von Paketen im Internet-Angebot der Post abrufen, wann ihre Sendungen zugestellt worden sind. Darüber hinaus bieten wir eine Reihe von Statistikinformationen für die Warenwirtschaftssysteme unserer Kunden.
Schon heute kann sich die Deutsche Post selbstbewußt mit allen
Wettbewerbern messen. Durch 33 hochmoderne Frachtpostzentren und eine ausgefeilte Logistik liegt die durchschnittliche Paketlaufzeit in Deutschland bei 1,2 Tagen.
Daß die Serviceverbesserungen bei der Frachtpost erfolgreich waren, belegen die Zahlen. Erstmals seit Jahren konnte die Deutsche Post den Absatz im Frachtbereich wieder steigern und damit eine Trendwende erzielen. Dies ist um so erfreulicher, wenn man beachtet, daß der Versandhandel, die wichtigste Branche für die Frachtpost, nach wie vor konjunkturbedingt nur schleppend läuft. Besonders gefreut hat uns eine Befragung unserer Großkunden, die der Kundenberatung der Deutschen
Post einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern attestieren.
3. Express: Neuer Marktauftritt mit Deutscher Post Express
Auf dem Expressmarkt bieten wir seit Anfang dieses Jahres ein ganz neues Leistungsspektrum über unser Tochterunternehmen "Deutsche Post Express" an. Vielen von Ihnen werden entsprechende Anzeigen in den Printmedien aufgefallen sein. Wie der Firmenname schon sagt, bietet die Deutsche Post Express als Nachfolgerin der EMS Kurierpost den
Expressversand von Dokumenten und Waren. Wer heute einen Eilbrief oder ein Express-Paket bei uns verschickt, der nutzt automatisch die Deutsche Post Express, die eine Zustellung am nächsten Tag garantiert. Im Angebot sind auf Wunsch die Auslieferung vor 9, 10 oder 12 Uhr oder die Abholung der Sendung beim Absender. Ein anspruchsvolles
Sendungs-Verfolgungssystem für unsere Kunden ist hier eine
Selbstverständlichkeit.
4. Internationale Post: Systematischer Aufbau eines Europa-Netzes
In die Offensive ist die Deutsche Post im letzten Jahr auch im
internationalen Frachtgeschäft gegangen. In Österreich, Belgien und Polen sowie der Schweiz sind eigene Transportnetze im Bereich business-to-business-Paketbeförderung aufgebaut. Unsere Strategie ist es, durch gezielte Akquisitionen, Beteiligungen und Kooperationen mit privaten
oder mit Postunternehmen Marktführer auf dem europäischen Paketmarkt zu werden. Das Geschäft für unsere Kunden in Europa wird immer internationaler, und unsere Kunden verlangen von uns immer dringender internationale Frachtnetze auf hohem Qualitätsniveau. Dieser Herausforderung stellen wir uns.
5. Postfilialen: Akquisition der McPaper AG und
Milliardeninvestitionen in kundenfreundliche Postfilialen
Und nun einige Sätze zu unserem Filialnetz. Zunächst kann ich Ihnen eine ganz aktuelle Akquisition der Deutschen Post vermelden. Wir werden rückwirkend zum 1. Januar 1998 die Filialkette McPaper AG zu 100 Prozent vom Schreibwarenhersteller Herlitz AG übernehmen.
McPaper-Filialen vertreiben ein breites Angebot an Papier-, Büro- und Schreibwarenartikeln. Die McPaper AG erreicht derzeit mit 317 Filialen und 1.500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 150 Millionen Mark.
Ausschlaggebend für den Erwerb der Filialkette war der große Erfolg eines Tests, den wir im letzten Herbst gestartet haben. In 14 McPaper-Filialen haben wir zusätzlich Postdienstleistungen angeboten. Und über 80 Prozent der Kunden sind seither mit dieser Kombination sehr zufrieden. Marktforschungsergebnisse belegen außerdem, daß die Konsumenten sich mehr Möglichkeiten dieses bequemen Verbundeinkaufs wünschen. Die überwiegend guten Lagen der McPaper-Filialen bieten uns zukünftig beste Möglichkeiten, beide Filialsysteme miteinander zu verschmelzen und diesem Kundenbedürfnis zu entsprechen. Bestärkt bei der Entscheidung, die McPaper AG zu übernehmen, hat uns die positive Kundenresonanz auf unsere Postagenturen und die bereits bestehenden Filialen mit Zusatzangeboten.
Wir beabsichtigen, in den nächsten fünf Jahren flächendeckend in ganz Deutschland rund 550 Post/McPaper-Filialen einzurichten. Darüber hinaus sollen in attraktiven Lagen weitere McPaper-Filialen ohne postalisches Vollsortiment betrieben werden. Soviel zu dieser ganz aktuellen Akquisition der Deutschen Post.
Wie eingangs erwähnt, ist jetzt mit der neuen Postbank-Leitung die Kooperation klar geregelt, ebenfalls unsere Beteiligung an der Postbank. Damit ist eine sichere Planungsgrundlage für eine Vorwärtsstrategie bei den Postfilialen gegeben. Deswegen wird unsere Sparte Postfilialen in den kommenden Jahren einer unserer Investitionsschwerpunkte werden. Während Investitionen in Brief- und Frachtpostzentren für die Postkunden
mittelbar über verbesserte Laufzeiten spürbar sind, werden sie von den modernisierten Postfilialen ganz unmittelbar profitieren. Bereits im Jahr 2000 wollen wir rund die Hälfte unserer Kunden in modernen Filialen mit offenen, kundenfreundlichen Schaltern bedienen.
Als Eckpfeiler unseres Filialnetzes werden wir in den kommenden Jahren bundesweit bis zu 700 Center-Filialen an Standorten mit starker Kundennachfrage einrichten. Diese Center-Filialen bieten neben dem gesamten Dienstleistungs-Spektrum auch umfangreiche und spezielle
Beratungsleistungen zu allen bisherigen und neuen Finanzdienstleistungen an.
Die Kundenberatung abseits vom eigentlichen Schalterbetrieb wird zusätzlich zu einer Verbesserung bei den Wartezeiten führen. Die Öffnungszeiten der Center-Filialen werden an die maximalen Öffnungszeiten des lokalen Einzelhandels angepaßt. Ab April 1998 werden wir die Center-Filialen an 17 Standorten im Bundesgebiet testen.
Für das übrige Filialnetz gilt: Es wird unterschiedliche Ausprägungen von Filialen geben. Beispiele sind Postfilialen mit einem Zusatzsortiment, wie es von Tankstellen-Shops bekannt ist. Derzeit gibt es bundesweit 80 dieser
Post-Plus-Filialen und - wie bereits angesprochen - 14 Filialen in McPaper-Geschäften. In ländlichen Regionen betreiben wir bereits heute über 5.000 Postagenturen in ortsansässigen Geschäften, die von unseren Kunden begeistert genutzt werden - nicht zuletzt wegen ihrer langen Öffnungszeiten.
Derzeit betreiben wir rund 15.000 Postfilialen. Wie sich die Zahl künftig entwickeln wird, hängt in großem Maße von der Nutzung durch die Kunden ab.
IV. CeBIT-Themen
Meine Damen und Herren,
soweit zum traditionellen Teil unserer CeBIT-Pressekonferenz mit den Wirtschaftsdaten und der Entwicklung in den einzelnen
Unternehmenssparten. Ich möchte jetzt die Gelegenheit nutzen und zum Schluß einige Themen aus unserem Unternehmen kurz ansprechen, die einen ganz direkten Bezug zur CeBIT haben.
Das wichtigste Thema für uns auf der CeBIT ist die ePost, unser hybrider Briefdienst. Dabei übermitteln uns die Kunden ihre Briefdaten auf Knopfdruck, wir übertragen sie auf elektronischem Wege zu einer ePost-Station in der Nähe der Empfänger und übernehmen alles weitere. Wir drucken die Schreiben, kuvertieren, frankieren und stellen sie dann am
nächsten Tag zu. Im letzten Jahr haben wir bereits 165 Millionen ePost-Briefe produziert, 120 Prozent mehr als im Jahr davor. In den nächsten Jahren erwarten wir weiterhin sehr hohe Zuwachsraten, weil immer mehr Firmen erkennen, daß sie hohe Kosten einsparen können, wenn sie den Briefversand auf diese Weise zu uns "outsourcen". Derzeit nutzen den Service etwa 150 Unternehmen. Übrigens ist ePost nicht nur für
große Firmen interessant. Auf der CeBIT präsentieren wir auch erstmals ein ePost-Angebot für kleine Briefmengen.
Ein zweites CeBIT-Thema der Deutschen Post sind die Dienstleistungen unseres neuen Tochterunternehmens "Deutsche Post Direkt".
Im Angebot ist ein Programm, das Adreßdatenbestände kleinerer und mittlerer Unternehmen auf den aktuellsten Stand bringt. Der Kunde schickt über das Internet seine verschlüsselten Kundenadressen an die Deutsche Post Direkt und erhält aktualisierte Adreßdaten zurück. Dabei werden
keine neuen Adressen vermittelt, sondern lediglich vorhandenes
Adreßmaterial aktualisiert. Bezahlt wird auf Basis der gefundenen falschen Adressen. Dieses Verfahren dient dem Versender, weil er weniger Briefe mit falschen Adressen in Umlauf bringt, der Deutschen Post, weil mehr Sendungen zustellbar sind, und dem Empfänger, weil er seine
Postsendungen schneller erhält.
Ein zweites Angebot der Deutschen Post Direkt ist die schnelle und fehlerfreie Erfassung von Belegen. Firmen, die Gewinnspielkarten, Bestellungen und sonstige Formulare von ihren Kunden erhalten, können diese Belege von der Deutschen Post Direkt in Mannheim erfassen lassen. Das dortige Beleg-Lese-Center kann über eine Million Belege täglich
auswerten. Da die Beleg-Erfassung auch nachts erfolgt, haben Kunden der Deutschen Post Direkt jeweils am Morgen einen "online-Zugriff" auf die Daten.
Wir laden Sie herzlich ein, sich über diese neuen Serviceleistungen auf unserem Stand in Halle 1 zu informieren.
Informieren können Sie sich auch über die Internet-Seiten der Deutschen Post. Unter unserer Home-Page (http://www.deutschepost.de) finden Sie ein breites Angebot an Informationen, u.a. auch alle Pressemitteilungen und diese Rede. Übrigens: Unser Internet-Angebot erfreut sich stetig
wachsender Beliebtheit. Mit rund 40.000 "Besuchen" und über 200.000 Seitenabrufen pro Monat gehört es zu den meistbesuchten Internet-Auftritten deutscher Unternehmen.