Ghostportraitdes Monats

Claudius Kroker

Nach dem Studium von Politikwissenschaft, Jura und Theaterwissenschaft freie Mitarbeit bei Hörfunk, Zeitungen und Nachrichtenagenturen. Schließlich Pressearbeit, PR-Beratung, Text und Publikationen in Agenturen und für Theater und Festivals. Zuletzt Redaktionsleiter einer PR-Agentur. Seit 2002 selbständig.

www.claudius-kroker.de

Welchen Redner bewundern Sie am meisten?
Es gibt nicht das Paradebeispiel schlechthin. Manch gute Redner begeistern durch geschliffene Sprache oder feuilletonistischen Stil; bewundernswert sind aber auch die durch knappe, präzise und vor allem kurze Äußerungen überzeugen.

Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?
Mark Anton in Shakespeares "Julius Cesar": "Friends, Roman, Countrymen, lend me your ears..." - wer musste die nicht in der Schule auswendig lernen? (völlig unabhängig von der weiteren Diskussion, ob sich M.A. damit ggf. nur selbst den Weg an die Macht "freireden" wollte)

Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am meisten?
Redenschreiben ist ein Prozess. Für Redner, die das an meiner Arbeit schätzen, schreibe ich besonders gerne.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Redenschreiber am meisten?
Autor und im Geiste Redner und Zuhörer in einem zu sein.

Für wen würden Sie gerne einmal eine Rede schreiben?
Da gäbe es einige schlechter Redner, denen ich gerne zu einem guten Text - und einige verlogene Politiker, denen ich gerne zu ehrlichen Worten verhelfen würde.

Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden, oder Redethemen,
die Sie ablehnen?

Bestimmte Themen und politische Richtungen würde ich nicht bedienen. Völlig "verdrehen" kann man sich als Redenschreiben nicht.

Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?
Über meine Arbeit als Redaktionsleiter einer PR-Agentur. In einer Pressemitteilung wollte ich aus der Rede zu dem entspr. Anlass zitieren. Die Rede gab es aber noch nicht, also habe ich sie geschrieben. Der Kunde war erfreut!

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:
Aussagen und Gedanken in Worte fassen, die zum jeweiligen Redner passen und der Zielgruppe Inhalte vermitteln in einer Weise, dass ihnen das Zuhören Spaß macht.

Wann ist für Sie eine Rede gelungen?
Wenn ich bedaure, dass sie scheinbar so schnell zu Ende ist.

Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen, mit einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?
Redenschreiber sind wie Kommunikationsberater eine Art Kontrollinstanz - bevor Redner sich ihrem Publikum zuwenden. Das hat sich bei allen Arten von Kommunikation (Konzeption, Pressearbeit, Publikationen, Investor Relations) bewährt.

Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen, Redenschreiber zu werden?
Würde ich nicht. Berufliche ad-hoc-Empfehlungen berücksichtigen weder die individuellen Voraussetzungen des Nachwuchses noch die Komplexität der Berufsfelder.

Warum würden Sie abraten?
Würde ich auch nicht.

Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber?
Das will ich mir gar nicht ausmalen...

Claudius Kroker
Journalist · Text & Medien
Kapitelshofstr. 26
53229 Bonn
Fon: (0228) 4107721
Fax: (0228) 4107723

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