Nelson Mandela: einzigartig, wie er es versteht, seine
Botschaft mit Humor zu vermitteln.
Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?
Noch nicht lange her: Angela Merkels Rede vor der Knesset.
Beeindruckend, persönlich, visionär.
Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am
meisten?
Ich schätze an meinen Auftraggebern, dass sie abgeben
können und dabei Vertrauen beweisen.
Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Redenschreiber am meisten?
Wenn es ihm gelingt, der Sprache und Gedankenwelt des
Redners so nahe zu kommen, dass sich der Redner darin wieder erkennt.
Für wen würden Sie gerne einmal eine Rede schreiben?
Jeder Redner verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Daher
gilt: Nach der Rede ist vor der Rede.
Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden?
...wenn es ins Extreme, Radikale geht.
Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?
Als Redakteur in einer PR-Agentur erhielt ich den Auftrag,
für einen Kunden ein Grußwort zu schreiben. Das kam gut an
und fortan ließ mich diese Form der Kommunikation nicht mehr los.
Ich bemühte mich um weitere derartige Aufträge, bildete mich
in diesem Bereich fort und begann meine ersten selbstständigen Schritte
im Redenschreiben zu gehen.
Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:
Wenn der Redner das Gefühl hat, mit seinem Auftritt
erfolgreich gewesen zu sein - vor allem aber, wenn er das
vermitteln konnte, was er geplant hatte.
Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen, mit
einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?
Zum einen hat der Redenschreiber die Zeit und die Muße,
sich mit sprachlichen, rhetorischen Details auseinander
zu setzen. Zum anderen bringt er den Blick von außen, also die oftmals
nötige
Distanz, mit ins Spiel.
Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen,
Redenschreiber zu werden?
Wo sonst darf man so ungeniert nachfragen?
Warum würden Sie abraten?
Dieser Job ist nichts für Menschen, die gerne im
Mittelpunkt stehen.
Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber?
Mit guter Vorbereitung sollte es keinen GAU geben. Aber
meinetwegen: Schlimm wäre es wirklich, wenn nach Abgabe des Manuskripts
heraus käme, dass sich der Redner ganz und gar nicht in dieser Rede
wieder findet - und dass die Zeit für Veränderungen sehr knapp
ist...
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