Ghostportraitdes Monats

Kathrin Hentzschel

Kathrin Hentzschel

M.A. in Südslavistik und Soziologie, ausgebildete PR-Beraterin, seit 2000 Texterin, Redakteurin und Redenschreiberin.

Schwerpunkt: Geburtstagsreden, Verabschiedungen, Einweihungen und Eröffnungen – eben alles, was immer humorvoll, meistens locker und manchmal fröhlich daherkommen soll.

Website:  www.textideen.com

Email: hentzschel@textideen.com

Welchen Redner bewundern Sie am meisten?

Roman Herzog


Ihre Lieblingsrede in der Geschichte?

Die Ruck-Rede von RH


Welche Eigenschaften schätzen Sie an denen, für die Sie schreiben, am meisten?

Auskunftsfreudigkeit! Und „Beratungspermeabilität“ (habe ich gerade erfunden – soll das Gegenteil von Beratungsresistenz sein).


Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Redenschreiber am meisten?

Er hört zu. Und findet die besten, treffenden, richtigen, berührenden Worte, die Botschaft zu transportieren.


Für wen würden Sie gerne einmal eine Rede schreiben?

Für ein Kaninchen! Da es aber nicht sprechen kann, für einen Vorsitzenden einer Tierrechtsorganisation vor vielen Politikern. I have a dream, too …


Gibt es Redner, für die Sie nicht schreiben würden, oder Redethemen,
die Sie ablehnen?

Auf jeden Fall: Redner, die meinen ethischen Grundsätzen zuwider handeln.


Wie sind Sie zum Redenschreiben gekommen?

Hopplahopp! Als in der ersten Agentur, für die ich einst gearbeitete habe, die Cheftexterin ausfiel, erhielt ich meine Chance: Eine Kurzansprache für eine Preisverleihung, Deadline: in 45 Minuten. Ich nutzte sie. Und benutzte die Rede als Türöffner für meinen nächsten Job.


Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit als Redenschreiber in einem Satz:

Zuhören, gründlich recherchieren, kreativ sein, manchmal zaubern.


Wann ist für Sie eine Rede gelungen?

Wenn sie die Botschaft in die Köpfe und Herzen der Zuhörer transportiert.


Warum würden Sie Menschen in verantwortungsvoller Position empfehlen,
mit einem Redenschreiber zusammenzuarbeiten?

Weil sie zwar meist wissen, was sie sagen wollen, aber selten, wie.


Warum würden Sie einem jungen Menschen empfehlen, Redenschreiber zu werden?

Würde ich nicht unbedingt. Denn ein guter Redenschreiber ist wie ein guter Riserva: Er muss erst reifen. Nicht unbedingt in einem Fass, aber am Leben! Wenn aber Talent und Technik stimmen, dann kann’s was werden.


Warum würden Sie abraten?

Würde ich auch nicht. Aber darauf hinweisen, dass ein Redenschreiber immer im Hintergrund agiert und nie im Rampenlicht steht. Den Applaus bekommt der Redner.


Der größte anzunehmende Unfall (GAU) für einen Redenschreiber?

Wenn ein peinlicher Fehler im Vorfeld von niemandem bemerkt wurde. Einmal ausgesprochen, gibt es kein Zurück mehr.




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